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Der Frust bei uns Polizisten nimmt zu!
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Freitag, den 04. Januar 2008 um 13:57 Uhr |
BILD-INTERVIEW MIT KONRAD FREIBERG, CHEF DER GEWERKSCHAFT DER POLIZEI
BILD: Herr Freiberg, haben wir durch die zunehmende Kriminalität in Deutschland ein gesellschaftliches Problem?
Konrad Freiberg: Ja! Die schlimmen Vorfälle von München sind keine Einzelfälle. In den letzten 10 Jahren hatten wir 16 % Zunahme bei der Gewaltkriminalität, keinen Rückgang, wie die Innenminister uns weismachen wollen. Das Problem: Die Minister fahren nachts nicht mit der U-Bahn nach Hause. Fakt ist: Die Grenzen der Gewalt sind längst herabgerissen worden, die Gesellschaft verroht zunehmend. Allein die Zahl der Widerstände gegen Polizeibeamte ist um 30% gestiegen. Die Beamten bekommen das zu spüren. Der Frust bei uns nimmt stark zu.
BILD: Was für ein Gefühl ist das für Ihre Kollegen, wenn sie einen ausländischen Straftäter festnehmen und drei Tage später läuft der wieder frei herum?
Freiberg: Das ist nur schwer zu ertragen! Die Beamten halten ihren Kopf hin, müssen dann zusehen, wie die Täter sie verhöhnen. Manche Kollegen verlieren so ihr Verständnis für zu milde Urteile.
BILD: Was läuft falsch?
Freiberg: Politik und Justiz haben lange geschlafen. Wir weisen seit Jahren auf die steigende Gewaltkriminalität bei ausländischen Jugendlichen hin und solchen, die in Deutschland geboren sind und einen ausländischen Pass haben. Mal ehrlich: Seit den Anschlägen in den USA redet alle Welt nur noch von der Bedrohung durch den Terrorismus, aber in diesem Bereich wurde weggeschaut. Das merken die Bürger.
BILD: Was muss jetzt passieren?
Freiberg: Es müssen Konsequenzen gezogen werden! Hier geht es nicht mehr um Verzeihen oder Vergeben. Die Richter müssen eine harte Hand zeigen und durchgreifen. Wir brauchen keine neuen Gesetze, aber schnellere und härtere Strafen. Heranwachsende Intensiv-Straftäter müssen überwiegend nach dem Erwachsenen- und nicht nach dem Jugendstrafrecht abgeurteilt werden. Jeder Richter muss sich die Frage stellen: Welche Wirkung hat mein Urteil auf das Umfeld dieser Jugendlichen – seine Gruppe, Familie, seine Schule? Hier werden oft falsche Signale gesetzt. Bei solchen Gewalttaten brauchen wir in erster Linie Abschreckung, keine Erziehung.
BILD: Was kann die Polizei tun?
Freiberg: Wir müssen deutlich mehr Präsenz zeigen, dafür brauchen wir aber mehr Polizisten, eine bessere Ausstattung! Wir brauchen keine schwarzen Sheriffs.
VON RALF KLOSTERMANN
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