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NRZ: Vom Schreibtisch auf die Straße |
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Donnerstag, den 14. Februar 2008 um 22:32 Uhr |
VERWALTUNG. Die Kreispolizei Wesel ändert ihren Organisationsaufbau und setzt damit den Wunsch des Innenministeriums um: "Mehr fahnden statt verwalten." Die Klever Kollegen sehen das anders.
AM NIEDERRHEIN. Seit rund zwei Jahren trägt NRW-Innenminister Ingo Wolf diesen Satz wie ein Mantra vor sich her: "Mehr fahnden statt verwalten", sagte er im Frühjahr 2006 erstmals zu den Polizeibehörden des Landes. Genauer gesagt: Weg vom Schreibtisch und ab auf die Straße. Unter diesem Motto machte sich Wolf daran, die Organisationsstrukturen der Polizei zu verändern, Präsidien zusammenzulegen und den Verwaltungsapparat zu verschlanken. Der Großteil der Polizeibehörden ist bereits umgekrempelt. Der Rest soll nach und nach folgen. Wie die Kreispolizeibehörde (KPB) Wesel.
Die befindet sich noch in der Findungsphase. "Momentan beschäftigen sich vier Arbeitsgruppen mit den verschiedenen Einsatzfeldern", erklärt KPB-Pressesprecher Josef Wißen. Zum Beispiel, wie viele Beamte für wie viele Einsätze nötig seien. "Danach können wir über Veränderungen diskutieren." Dass Verwaltungen innerhalb der KPB-Wesel zusammengelegt werden, steht indes außer Frage.
Der Bürger werde übrigens gar nichts von der Umgestaltung merken, verspricht Wißen, "höchstens an der verstärkten Straßenpräsenz". Damit trägt die Weseler Polizeibehörde vor allem dem Wolfschen Motto Rechnung, nach dem sie ja "mehr fahnden statt verwalten" soll.
Ob das überhaupt nötig ist, wagt der Kreisvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Detlev Gertenbach, zumindest zu bezweifeln. "Wenn ich schon so einen organisatorischen Aufwand auf mich nehme, muss es auch einen Nutzen haben", sagt Gertenbach. Und den könnten weder die GdP noch mehrere von der Landesregierung angestrengte Gutachten erkennen. "Die Polizeiarbeit hat hier vorher schon sehr gut funktioniert und wird auch nach der Umstrukturierung sehr gut laufen", ist sich der Vorsitzende sicher. "Aber sie wird sich nicht verbessern." Deshalb hat die KPB-Kleve erst gar nicht vor, eine neue Struktur zu stricken. "Wir arbeiten noch immer in der Alt-Organisation und sehen kein Erfordernis, warum wir das ändern sollten", sagt Heinz van Baal.
Dieser Meinung hält das Inneministerium entgegen, dass man durch das Aufbrechen der Verwaltungsstrukturen 500 freie Stellen für den "operativen mittleren Dienst" - also Streifendienst - schaffe. "Es bewährt sich ja", sagt Pressesprecher Wolfgang Beus. Zwar sei die Umstrukturierung für die Behörden nicht verpflichtend, Beus ist aber zuversichtlich, dass sich "über kurz oder lang" alle Polizeibehörden an der Umstellung beteiligen.
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